Wiedersprüchliche Darstellung der Gemeinde Visbek als "naturnahes Dorf" im Kontext zur Flächennutzungsplanänderung

 


Unternehmer kritisieren Proteste

Bericht Oldenburgische Volkszeitung vom 08.03.2014 Seite 1

Bericht Oldenburgische Volkszeitung vom 08.03.2014 Seite 2

Visbek/Varnhorn. Die Proteste gegen ein Gewerbegebiet bei Varnhorn stoßen bei Unternehmern sauer auf.
Jetzt melden sich vier von ihnen zu Wort. Sie kennen die Firmen, die sich dort ansiedeln wollen, und fordern eine sachlichere Diskussion. Schlachthöfe und Schwerindustrie werde es in dem Gebiet nicht geben, sagen sie.

Zu dem Bericht in der Oldenburgischen Volkszeitung vom 08.03.2014

Wenn Schmidt, Schulz, Schickling und Rehau als die größten Betriebe in Visbek nicht an der Gewerbe-/Industriefläche in Varnhorn interessiert sind, wer dann? Wiesenhof?
Und welcher Visbeker Betrieb benötigt dann 17ha INDUSTRIEgebiet wenn die Größten Betriebe gar nicht interessiert sind?
Wer stellt vernünftige Ausgleichsflächen zur Verfügung für die unwiederbringlich zerstörte Natur und kauft sich nicht einfach nur frei, wie die Gemeinde Visbek, die für Ausgleichsflächen nur in einen Fond einzahlt?
Wer sagt uns sicher, dass  keine Schlachthöfe, Schwerindustrie o.ä. in Zukunft gebaut werden?
Im Bebauungsplan sind lediglich Sportplätze, Bordelle und religiöse Stätten ausgeschlossen!

Fragen über Fragen, die weder von den hiesigen Firmen, noch von der Gemeinde Visbek beantwortet werden!


Warum nicht vorhandene Gewerbeflächen nutzen?

In unmittelbarer Nähe, ca. 10 km von Visbek entfernt befindet sich der ecopark, ein interkommunaler Gewerbepark. Dieser ist voll erschlossen und bietet, gemäß der Basisdaten, 80 ha freie Gewerbe- und Industriefläche!
Im Haushalt der Gemeinde Visbek sind 5.000.000€ eingeplant, nur um Flächen für die Gewerbe-/industriegebiete rund um Visbek zu kaufen. Darin ist aber noch kein Cent für die Erschließung etc. vorgesehen!
Warum beteiligt sich die Gemeinde Visbek nicht einfach an einem interkommunalen Gewerbepark wie den ecopark oder wie ihn die Stadt Wildeshausen plant?
Wer sich die Verbandsordnung des ecoparks ansieht, wird feststellen, daß sogar Gewerbesteuern in der Gemeinde Visbek bleiben und das ganze ohne das die Natur rund um Visbek zerstört werden muss.

 

Kein Gewinn in Sicht

Hohe Erschließungskosten und lange Vorfinanzierung trüben die Bilanz

Zwei Punkte verhageln an dem Gewerbe-/ Industriegebiet "Wildeshauser Strasse" die Kalkulation: Das Gebiet ist groß und es liegt fernab.

Aufgrund der Größe wird es Jahre oder Jahrzehnte dauern, bis die Fläche vollständig verkauft und besiedelt ist, also Geld eingeht. Erschließungen aber, wie z.B. ein Abwasserkanal müssen vorher über große Entfernungen an die Wildeshauser Strasse verlegt werden und zwar mit der Kapazität, die erst am Ende benötigt wird. Ein klassisches cash-flow-Problem, sagt der Controller.

Erstmal wird nichts verdient

Wenn hoffnungsvoll von der Ansiedelung neuer Unternehmen gesprochen wird, darf nicht übersehen werden, dass es Jahre dauert, bis ein neues Unternehmen break-even geht, also nach allen Anfangsinvestitionen Gewinne erwirtschaftet. So lange muss eine Kommune vorfinanzieren, d.h. auf ihr Geld warten.

Arbeitskräfte fehlen

Schon heute - und aufgrund der demografischen Entwicklung künftig noch mehr - fehlen Fachkräfte. Die Absolventenjahrgänge werden kleiner, bereits jetzt bleiben Ausbildungsplätze unbesetzt. Die Bevölkerungszahlen in Visbek beginnen zu stagnieren, der leichte Anstieg der vergangenen Jahre schwächt sich ab.

Woher also sollen in 10 Jahren die Arbeitskräfte für die erhofften Gewerbeansiedelungen kommen? Sie werden einpendeln müssen  und das Verkehrsaufkommen weiter steigern.

Risiko Rezession

Die Rezession in Europa hat mittlerweile Deutschland erreicht. Niemand kann verlässlich sagen, welche wirtschaftliche Entwicklung uns bevorsteht und ob die durchstandene Wirtschaftskrise nicht nur ein Vorspiel war. Ist dies der Zeitpunkt, in Großprojekte zu investieren?

Mittelstand und Handwerk verlieren

Sollte die angestrebte Ansiedlung großer Unternehmen gelingen, so werden diese am Arbeitsmarkt attraktiver auftreten können (Bezahlung, Image, Zusatzleistungen) als z.B. Visbeker Handwerker und ansässige mittelständische Unternehmen. Diese werden gute Kräfte verlieren und für weniger gute mehr zahlen müssen.
Sicher, auch der Handwerker braucht einen Firmenstandort, aber eben keine großen Parzelle, wie das Gewerbe-/ Industriegebiet "Wildeshauser Strasse" sie bietet.